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Freiwilligendienst BFD27+ in der Horst-Koesling-Schule

"Die Kinder überraschen mich immer wieder auf's Neue"

Stephan Birwe hat nach seinem abgebrochenen Informatik-Studium ganz bewusst einen Neustart gewagt. „Es war nicht ganz einfach, diese Entscheidung zu treffen. Das Studium abzubrechen, wirklich noch einmal einen Schritt zurück zu gehen und sich ganz neu zu orientieren. Aber ich habe es nicht bereut und bin jetzt sehr glücklich, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.“ Als sein Studium so gar nicht verlief, wie er es sich vorgestellt und gewünscht hatte, erinnerte er sich an seinen Zivildienst in einem heilpädagogischen Kindergarten zurück und daran, wie ihm die Arbeit mit den Kindern gefallen hatte. Er beschloss, sich beruflich umzuorientieren und wählte das Format des BFD und nicht nur ein kurzes Praktikum, um sich ganz sicher zu sein, wie seine berufliche Perspektive aussehen könnte und den sozialen Bereich für sich zu testen.

Jetzt absolviert er einen Bundesfreiwilligendienst für Erwachsene (27+) in der Horst-Koesling-Schule der HHO und begleitet dort eine Klasse für Jugendliche mit Beeinträchtigung. „Die Arbeit hier ist total erfrischend. Hier erlebt man das pure Leben. Die Kinder überraschen mich immer wieder auf’s Neue.“ Dass die Arbeit für ihn Sinn macht, er Menschen unterstützen kann und er ein tolles Arbeitsklima erlebt anstatt nur des Geldes wegen irgendwo zu jobben, ist für Stephan Birwe eine sehr positive Erfahrung. „Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist toll. Die körperliche Nähe war zunächst neu für mich und gewöhnungsbedürftig. An Pflegesituation zum Beispiel und das oft ungefilterte Verhalten der Kinder musste ich mich erst gewöhnen, aber das geht ganz schnell. Man entwickelt sehr schnell mehr Verständnis für die Verhaltensweisen der Kinder und meine Kolleg*innen sind auch jederzeit an meiner Seite und unterstützen mich, wenn ich Fragen habe.“

Jetzt steht für Stephan Birwe auch fest, wie es beruflich für ihn weitergehen soll: „Ich hatte den Beruf des Physiotherapeuten schon länger im Hinterkopf. Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass dies der richtige Beruf für mich ist. Hier in der Horst-Koesling-Schule konnte ich die Arbeit als Physiotherapeut, neben vielen anderen Berufen, noch einmal genauer in der Praxis kennenlernen und bin mir jetzt ganz sicher, dass das der richtige Weg für mich ist.“

Freiwilligendienst in der OSNA-Technik in Bohmte

Die Chance genutzt und das Beste daraus gemacht

Für Michael stand fest: Polizei oder Zoll, dahin sollte es gehen. Nach dem Abschluss des  schulischen Teils der Fachhochschulreife am Ende der 12. Klasse fehlte nur noch der praktische Teil, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Diesen wollte er mit einem Freiwilligendienst im sozialen Bereich absolvieren. „Ich habe mich bewusst für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden. Es war mir wichtig, unterschiedliche Menschen besser kennenzulernen und zu verstehen. Das ist eine Kompetenz, die mir als zukünftiger Polizist oder Zollbeamter unabdingbar erschien.“, erzählt der 20-Jährige.

Michael leistet seinen Dienst in der OSNA-Technik in Bohmte. Dort arbeiten erwachsene Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in kleinen Gruppen zusammen und montieren z.B. elektronische Schaltkästen für Auftraggeber aus der freien Wirtschaft. „Die Arbeit hier mit den Menschen ist sehr abwechslungsreich. Über die Zeit hat sich ein richtiges Vertrauensverhältnis entwickelt.“, berichtet Michael stolz. „Ich kann gut erkennen, wer nun welche Unterstützung und Motivation benötigt. Mal reicht einfach nur zuhören. Manchmal ist es gut, mit einer Person den Arbeitsplatz zu verlassen, um zum Beispiel Rechnen und Lesen zu üben.“ Dafür hat Michael auch einen Arbeitsplatz mit einem Computer, den er für solche Individualmaßnahmen nutzen kann. Ebenso begleitet er die Gruppe, wenn sportliche Aktivitäten auf dem Plan stehen. „Ich fühle mich absolut wohl hier. Die Zusammenarbeit mit den Gruppenleitern findet auf Augenhöhe statt und ich werde in Überlegungen und Planungen miteinbezogen.“, berichtet Michael. Selbstverständlich findet auch ein intensiver Austausch statt. „Und irgendwann tauchte bei mir die Frage auf, ob ich überhaupt noch zur Polizei möchte.“ Inzwischen sind seine neuen Pläne sehr konkret: Er hat eine Zusage aus Enschede in den Niederlanden bekommen, um dort berufsbegleitend Soziale Arbeit zu studieren. „Das Gute an dem Studiengang ist, dass er einen hohen Praxisanteil hat. Das brauche ich, um gut lernen zu können.“, erklärt Michael seine Entscheidung. Dabei ist er sehr dankbar für die offenen und hilfreichen Gespräche in der Werkstatt. „Neben meiner Entscheidung für das Studium bin ich durch die Zeit hier auch offener geworden. Ich habe gemerkt, wie wichtig der Freiwilligendienst für mich zur Orientierung war.“, fasst er zusammen und ergänzt: „Auch die Seminare über den Träger sind eine wertvolle Ergänzung. So habe ich viele tolle Menschen kennengelernt.“

Freiwilligendienst im Vogelsang-Kindergarten

„Dann merkt man, dass man etwas richtig macht!“

Wenn Sina und Lisa von einem ihrer Freiwilligendienst-Seminare zurück in ihre Gruppen im Vogelsang-Kindergarten kommen oder auch nur aus der Pause, dann fallen ihnen die ersten Kinder schon um den Hals oder begrüßen sie mit einem breiten Lächeln. „Dann merkt man, dass man etwas richtig macht!“ meint Sina. „Die kleinen Glücksmomente im Alltag mit den Kindern sind einfach am besten,“ ergänzt Lisa: „Wenn man gemeinsam spielt oder sich mit einem Buch beschäftigt, mit den Kindern draußen auf dem Spielplatz die Sonne genießt oder die kleinen Fortschritte und Erfolgserlebnisse sieht, die einzelne Kinder meistern. Oder manchmal auch einfach nur ein Lächeln.“

Lisa und Sina machen beide ihren Freiwilligendienst im Vogelsang-Kindergarten, einem Kindergarten für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. In den kleinen, heilpädagogischen Gruppen unterstützen sie die hauptamtlichen Mitarbeitenden in allen Aufgaben des Kindergartenalltags: betreuen, spielen, aufräumen, Mitarbeit bei der Pflege (wickeln, Essen anreichen usw.) – „einfach im Hintergrund dafür sorgen, dass alles läuft“. So fasst Sina ihre Aufgaben zusammen, die ihr vom ersten Tag an gefallen haben. „Bei der Auswahl der Einsatzstelle muss einfach das Bauchgefühl passen. Und für mich ist die Arbeit mit den Kindern mit Beeinträchtigung genau das richtige.“ sagt Lisa. „Wir wollten auch noch einmal eine andere Herausforderung für uns selbst, anders als in einem Regelkindergarten.“ ergänzt Sina. „Besonders interessant ist es, die Kinder mit ihren individuellen Fähigkeiten, Besonderheiten und Bedürfnissen zu erleben und auch viel über die Krankheitsbilder zu lernen.“

Nach dem Abi haben sich beide dafür entschieden, erst einmal etwas Anderes zu machen, sich noch zu orientieren, bevor sie sich für einen Berufsweg entscheiden. „Dafür ist der Freiwilligendienst einfach top!“ erzählen die beiden. „Es hört sich erstmal so komisch an – „im Freiwilligendienst wächst du über dich hinaus“ – aber es ist echt so.“ berichtet Sina. „Man erwartet das nicht, aber das Jahr bringt einem persönlich so viel – wir sind viel selbstbewusster geworden, selbstständiger, offener und sicherer im Umgang mit Menschen. Das bringt uns auch für unsere späteren Berufe weiter, auch wenn wir nicht direkt im pädagogischen Bereich bleiben wollen.“ Sina hat schon einen Ausbildungsplatz als Kauffrau im Gesundheitswesen und Lisa ist gerade noch im Bewerbungsverfahren für eine berufliche Laufbahn bei der Polizei. Wenn sie sich nach ihrem Freiwilligendienst verabschieden – die beiden blicken dem Tag schon mit bangen Mienen entgegen „Das wird bestimmt schrecklich“ – bleibt ihnen dennoch viel erhalten: „Die ganze gesammelte Erfahrung und vor allem auch unsere Freundschaft.“, denn aus den beiden Freiwilligendienst-Kolleginnen sind schnell Freundinnen geworden.

Freiwilligendienst in der Heilpädagogischen Gruppe „Die Burgmäuse"

„Jeden Morgen komme ich mit Freude zur Arbeit!“

„Nach dem ‚Turbo-Abi‘ hatte ich noch keine konkreten Berufswünsche. Daher bin ich einfach mal zu einer Informationsveranstaltung über Freiwilligendienste gegangen“, erklärt die inzwischen achtzehnjährige Louisa Schiller, „da bekam ich Lust, irgendetwas mit Kindern zu machen.“ Zwar standen verschiedene Einrichtungen zur Auswahl, die Entscheidung fiel nach einem „Schnuppertag“ aber letztlich auf die Heilpädagogische Gruppe „Die Burgmäuse“ in Wittlage – nicht zuletzt auch wegen der Nähe zu Louisas Elternhaus.

„Geplant war eigentlich, dass ich sechs Monate bleibe. Danach wollte ich verreisen und etwas von der Welt sehen. Dann hat es mir hier aber so gut gefallen, dass ich auf ein Jahr verlängern wollte. Mit etwas Glück und Unterstützung hat das ja auch geklappt“, freut sich Louisa Schiller. Gelernt hat sie während dieser Zeit so einiges: nicht nur den Umgang mit Kindern mit Unterstützungsbedarf, sondern vor allem auch viel über sich selbst.

„Ich merke selbst, dass sich vieles an mir positiv verändert hat. Ich kann meine Stärken und Schwächen inzwischen genau einschätzen. Und ich kann mich viel besser auf Neues einlassen“, so Louisa Schiller. Da stimmt ihre Mutter voll und ganz zu, die schon immer die Zukunft ihrer Tochter im sozialen Bereich gesehen hat. Eine Überraschung: Nach dem Freiwilligendienst macht sie jetzt doch eine kaufmännische Ausbildung, um „etwas Handfestes in der Tasche zu haben“, wie Louisa Schillersagt. Aber sie lässt sich die Option offen, danach doch noch eine Zeitlang zu verreisen und anschließend vielleicht in den sozialen Bereich zurückzukehren.

Freiwilligendienst im Seniorentreff der Karl-Luhmann-Heime

Doch dann kam alles plötzlich ganz anders

„Insgesamt hatte ich zwölf Bewerbungsgespräche für den Freiwilligendienst. Mir war einfach wichtig, genau den Einsatzbereich zu finden, der am besten zu mir passt“, erinnert sich Sandra Stubbe, „eigentlich hatte ich nur zwei Ausschlusskriterien: die Arbeit mit behinderten oder alten Menschen, weil Pflege nicht so mein Ding ist. Und wo bin ich gelandet? Ausgerechnet hier im Seniorentreff!“ Die inzwischen Neunzehnjährige schmunzelt: „Ich hatte beim Bistum Osnabrück angefragt und bekam direkt nach dem Vorstellungstermin die Möglichkeit, zu hospitieren. Tatsächlich das Beste, was mit passieren konnte. Das anfangs noch etwas mulmige Gefühl verschwand nämlich sofort, als die Leute im Treff mich so herzlich aufgenommen haben. Danach musste ich nicht lange überlegen: Ja, ich bleibe!“

Inzwischen hat Sandra Stubbe so einiges dazugelernt und geht auch von sich aus offener auf andere zu. „Ich bin viel selbstständiger geworden. Und meine Familie war total erstaunt, wie gut ich mich nach so kurzer Zeit mit Gebärdensprache verständigen kann. Davon haben sie sich während einer vorweihnachtlichen Veranstaltung, dem ‚Lebendigen Adventskalender‘, selbst überzeugt.“ Natürlich gibt es im Freiwilligendienst auch anfängliche Hemmschwellen. Für Sandra Stubbe war es beispielsweise eine Begleitung zum Toilettengang: „Die ist hier zwar so gut wie nie nötig, aber ich habe es geschafft – und damit meine persönlichen Grenzen überwunden. Darauf bin ich stolz.“

Am meisten freut sich die junge BFD’lerin über das Lob der ausgebildeten Fachkräfte: „Manchmal sehe ich Dinge, für die sie einfach weniger die Zeit haben als ich. Natürlich freue ich mich über ihr Lob. So ist mir mal aufgefallen, dass jemand zwar schlecht – aber immerhin – langsam laufen kann. Ich habe einfach öfter die Chance einer individuellen Begleitung. Und so haben wir uns zu zweit auf den Weg gemacht und mit ganz viel Geduld das Ziel schließlich auch erreicht.“ Darüber hinaus genießt Sandra Stubbe die Gestaltungsfreiräume im Seniorentreff: „Wir machen natürlich das, worauf die älteren Menschen mit Hörschädigung einfach Lust haben. Aber ich habe auch schon drei bis vier eigene Projekte auf die Beine gestellt.“ Gelernt hat Sandra Stubbe dabei vor einem eins: Verantwortungsbewusstsein.